Als die letzten Töne von Reinhard Meys „Gute Nacht, Freunde“ verklungen waren, hatte sich die Nacht über Reisholz gesenkt. Und aus Fremden, die wir zu Beginn jenes Freitags im frühen Juli waren, waren Kompliz:innen geworden. Wir standen also gemeinsam in der Dunkelheit. Auf einem eingezäunten Baugrundstück, das, wenn man der Höhe des Unkrauts glauben durfte, schon länger ungenutzt war – und an dem Abend endlich eine Funktion bekam, indem es zur Tanzfläche wurde. Insgesamt fünf „Dancefloors“ hatten wir im Laufe von Tanzi Tanzi #3 zusammen belebt. Wir hatten an der LKW-Laderampe getanzt. Unter der Münchner Straße. Und auf dem Parkplatz eines Blumencenters mit Blick auf die nächtliche Backwaren-Produktion. Niemand hatte sich durch uns gestört gefühlt. Niemand hatte das Ordnungsamt gerufen. Oder gar die Polizei. Wir hatten albanische und polnische Folklore gehört. Und Ikkimel. Und „Viva Forever“ von den Spice Girls. Und tatsächlich fühlte der Moment sich ein bisschen so an, wie sich solche Momente bestenfalls anfühlen können: als wären wir unsterblich. „Ich bin total beseelt“, sagte eine Mittänzerin zum Abschied. „Schön“, murmelte ich und nickte. Dann nahm ich die rollbare Box und verschwand mit ihr in der Reisholzer Dunkelheit. Wohl wissend, dass es eine nächste Ausgabe geben wird, geben muss von Tanzi Tanzi. Weil Beseelung das ist, was wir derzeit alle so dringend brauchen. Mittlerweile ist sie geplant, die vierte Ausgabe – am 16. Oktober wird es so weit sein. Tatsächlich ist es dieses Mal wieder eine Co-Produktion, wie schon in dem Mülheimer Hochhaus. Eines der Feierbiester, die im nächtlichen Gewerbegebiet mit dabei waren, hat mir nämlich eine äußerst spannende Location angeboten, über die aber an dieser Stelle noch rein gar nichts verraten werden soll. Nur so viel: Sie liegt am Rande eines Schienenstrangs, mitten in Düsseldorf. Und: Sie ist diesmal nicht unter freiem Himmel, sollte also Mitte Oktober schon der Herbst Einzug gehalten haben, können uns Kälte, Regen oder Sturm von nichts abhalten. Ab 21 Uhr gilt dann wieder zwei Stunden lang das Tanzi Tanzi-eigene Motto „Wir dulden keinen Stillstand“. Denn bei dem Format geht es weder darum, gut auszusehen, cool zu sein oder am Rande der Tanzfläche mit einem fancy Drink in der Hand die Leute auf dem Dancefloor zu begutachten. Nein, es geht ausschließlich ums Tanzen, darum, es selbst zu tun. Und damit das wieder so gut funktioniert wie bei den letzten drei Ausgaben arbeite ich bereits eifrig an der Playlist, was mir immer besonderes Vergnügen bereitet. Auch die ist natürlich streng geheim. Aber so viel kann ich schon sagen: Italo Disco wird es geben. Und Metal. Und Vico Torriani wird auch seinen musikalischen Senf dazugeben. Wenn ihr kommen mögt, könnt ihr euch ab sofort für den Abend anmelden. Und, wer weiß, vielleicht geht es euch dann nach dem 16. Oktober so wie jener Mittänzerin der letzten Ausgabe, die am nächsten Morgen auf die Frage ihres Mannes, wie es denn gewesen sei im Gewerbegebiet, sagte: „Es war einer der besten Abende meines Lebens.“
16.10.2026, 21 Uhr, Tanzi Tanzi #4: Am Schienenstrang
Wer dabei sein mag, schreibe einfach eine Mail an salut@theycallitkleinparis.de und bekommt daraufhin den Treffpunkt für den Abend geschickt. Teilnahme ist kostenlos. Die Plätze sind begrenzt.