Es wird viel zu viel gelabert. Im Zug. Im Restaurant. Und beim Meeting sowieso. Damit ihr es schon mal gehört habt. Schön, dich zu sehen. Lass uns das bilateral klären. Wir müssen unbedingt mal einen Kaffee trinken gehen. Ich setze es auf Wiedervorlage. Diese Art von Null-komma-nichts-Gesprächen, die gegen unser aller Einsamkeit sowieso nicht ankommen. Warum also nicht mal den Rand halten? Das Handy daheim lassen? Das Schweigen ertragen? Die Stille genießen? Bestenfalls zu sich selbst finden?
Zu sich selbst finden, das machen die Menschen der Jetztzeit fast nur noch im Urlaub, in den sogenannten schönsten Wochen des Jahres. Beim Yoga-Retreat auf Bali. Beim Paddeln in Skandinavien. Oder in einer Hütte in der brandenburgischen Einsamkeit. Dabei ist Brandenburg überall: Selbst im trubeligen Düsseldorf finden sich Orte, die den Alltag mit all seinen Herausforderungen vergessen machen können. Man muss sie halt nur finden. Man muss es halt nur wollen.
„Sagen Sie jetzt nichts“ lädt zum Schweigen ein. Das Format entführt die Teilnehmenden an Orte, die dafür taugen. Das Ganze funktioniert wie eine Art soziales Experiment. Gemeinhin treten wir mit Menschen über Kommunikation in Kontakt. Häufig funktioniert das nicht besonders gut. Weil viele verlernt haben, was ein gutes Gespräch ausmacht, es vielleicht sogar nie wussten. Die Neigung zum Monolog ist weit verbreitet. Nach dem Gegenüber wird – abgesehen von einem flüchtigen „Alles gut?“ – gar nicht erst gefragt. Wie aber ist es, wenn das Reden komplett entfällt? Welche Dynamik entwickelt sich in einer Gruppe? Entsteht vielleicht gerade schweigend ein Gefühl von Zusammengehörigkeit?
Das können Interessierte bei der ersten Ausgabe von „Sagen Sie jetzt nichts“ am 12. November 2026 am eigenen Leib erfahren. Und an der eigenen Seele. Mit Eintreffen am Veranstaltungsort legen die Teilnehmenden für 45 Minuten ein Schweige-Gelübte ab, das erst mit Ablauf der Dreiviertelstunde endet. Idealerweise sollten die Teilnehmenden allein kommen, um das Risiko, in gewohnte Muster zu verfallen, gering zu halten. Handys sollten an den Abenden zumindest ausgeschaltet werden, idealerweise gleich ganz zuhause bleiben. Stattdessen geht es darum, die Umgebung aufmerksam zu betrachten, in sich aufzunehmen. Den eigenen Gedanken nachzuhängen – oder sie für eine Weile komplett abzuschütteln. Sich voll und ganz der Musik hinzugeben, die eigens für den Zweck zusammengestellt wird.
Ob es funktionieren wird? Wird der Abend zeigen. Wie gesagt, das Ganze ist ein Experiment. Mit offenem Ausgang.
12. November 2026, 18:30 Uhr: Sagen Sie jetzt nichts #1
Teilnahme kostenlos
Anmeldung unter salut@theycallitkleinparis.de,
der Veranstaltungsort wird nach Anmeldung mitgeteilt