Kein Chichi. Nur Düsseldorf.

Ausstellung David Lynch – Schattenseiten menschlicher Existenz

David Lynch: Girl Dancing, 2008
© Foto: Dirk Rose Düsseldorf
© Werk: Item Editions Paris

Lange Zeit kannte man David Lynch in erster Linie als Filmemacher. Tatsächlich begann sein künstlerischer Werdegang aber mit einem Studium der Malerei, das er 1964 an der Pennsylvania Academy of Fine Arts in Philadelphia aufnahm. Bereits die ersten dort entstandenen Bilder sind alles andere als sonnig. Lynch erzählt düstere Geschichten, oder besser: er deutet sie zaghaft an. Die Bilder haben keine explizite Story, wirken vielmehr über die Stimmungslage, die der Künstler ihnen angedeihen ließ. Diese Feel Bad Works, die am Anfang seiner künstlerischen Karriere stehen, ergänzt der US-Amerikaner in der Folge peu à peu um Bewegung und Töne – und kommt so zwangsläufig zum Genre Film, in dem er mittlerweile zahllose Erfolge feierte. Aber auch sein malerisches Werk ist spätestens seit der großen Ausstellung im Brühler Max Ernst Museum in den Jahren 2009/10 auch hierzulande einer breiteren Öffentlichkeit bekannt.

David Lynch: Spider Bites Man With Resulting Image, 2008
© Foto: Dirk Rose Düsseldorf
© Werk: Item Editions Paris

Ein Teil davon ist derzeit in Düsseldorf zu sehen. Die TZR Galerie Kai Brückner legt unter dem Titel „Dark Stages“ noch bis Januar den Schwerpunkt auf die Lithographien von David Lynch. Die ausgestellten Arbeiten sind in Paris entstanden und ebenda an einem Ort mit Historie: der Druckerei Idem. Die entdeckte Lynch 2007 in einem Hinterhof an der Rue du Montparnasse – und verliebte sich stante pede in die Werkstatt, in der zuvor Fernand Mourlot mit Künstlern wie Picasso, Matisse oder Braque deren Grafiken produzierte. Lynch erkannte in der Lithographie eine Technik, die es ihm ermöglichen könnte, seinen Kosmos in vorher nicht gekannter Weise mit neuen Bildern bereichern zu können. Wie in seinen Grafiken spielt der Regisseur auch in den Lithografien mit Licht und Schatten, schafft aus Kontrasten bühnenähnliche Räume. Die so entstandenen Arbeiten erzählen Geschichten von Begierde, Angst, Schrecken, Erotik, Liebe, Einsamkeit und nicht zuletzt auch Tod. Sie schicken den Betrachter auf eine unheimliche Reise zu den Schattenseiten menschlicher Existenz – und damit nicht zuletzt auch zu sich selbst.
David Lynch „Dark Stages“: bis 25.1. TZR Galerie Kai Brückner, Poststr. 3, Düsseldorf; Di-Fr 13-18, Sa 12-16 Uhr

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