Für einen Moment – Programm im Detail

Zwischen dem 1. und 24. Dezember tun sich in einer Oberbilker Hofeinfahrt allabendlich ungewöhnliche Dinge. Musiker konzertieren, Dichter lesen, man kann Karaoke singen, Pole Dancerinnen zuschauen und klugen Vorträgern lauschen. Man kann der vorweihnachtlichen Hektik entkommen. „Für einen Moment. Aktionen in der Einfahrt“ heißt das klitzekleine Festival, das das Prinzip des Adventskalenders entleiht. Und hier ist das Programm in allen Details…

1.12.
Berg/Lautermann

Die Klangkünstlerinnen Frauke Berg und Anja Lautermann arbeiten bereits seit 2012 an gemeinsamen Projekten. Dafür nutzen sie neben elektronischen und analogen Instrumenten, Field Recordings und Stimme auch selbst gebaute Instrumente oder präparierte Klangerzeuger. Aus all dem weben die beiden Düsseldorferinnen Teppiche irgendwo im Niemandsland zwischen Musik, Geräusch und Klang. Mal polternd, dann wieder poetisch, aber stets ihrer eigenen Logik folgend entstehen sie ganz im und für den Moment.

2.12.
Nachbarschafts-Karaoke

Im Haus von Angelica Garcia und Patrick Pommé auf der Linienstraße wird viel gesungen. Regelmäßig treffen sich die Bewohner, die aus allen Herren und Damen Länder kommen, zu Hauskaraoke-Abenden. Pommé hat zum Beispiel eine Vorliebe für – Gott hab‘ ihn selig – Udo Jürgens. Garcia, die in Kolumbien geboren wurde, gibt Gassenhauer à la „Griechischer Wein“ gerne auch mal in ihrer Muttersprache zum Besten. Aber auch alle Gäste sind selbstverständlich eingeladen, mitzutun, mitzusingen, mitzuperformen. Was, bleibt naturellement jedem selbst überlassen. Egal ob NDW, 90-er Trash, HipHop, Punk, Malle-Schlager oder Thrash-Metal – in der Einfahrt ist musikalisch alles möglich.

3.12.
Stofftier-Film von Norika Nienstedt und Michael Jonas

Die Künstlerin Norika Nienstedt hat schon seit vielen Jahren ein besonderes Verhältnis zu Stofftieren. In einem leerstehenden Ladenlokal auf der Ackerstraße hatte sie vor vielen Jahren unzählige von ihnen, die auf unterschiedlichsten Wegen zu ihr gelangt waren, zu einer lustigen Crew drapiert. Und auch in den kurzen Filmen, die Nienstedt gemeinsam mit ihrem Partner in Art Michael Jonas schafft, spielen die felligen Freunde die Hauptrolle. Welchen Film sie letztendlich zeigen werden, entscheiden sie sehr spontan. Lasst euch also überraschen!

4.12.
Beschneidung von Frauen, Vortrag von Jawahir Cumar

Weltweit sind 200 Millionen Frauen beschnitten und das keinesfalls nur in Afrika, sondern auch in Südostasien und im Nahen Osten. „Beschneidung ist ein weltweites Problem“, sagt Jawahir Cumar, die in Somalia geboren wurde und sich seit über 20 Jahren im Kampf gegen Beschneidung engagiert. Aus welchen Gründen werden Frauen beschnitten? Wie geht die Beschneidung vonstatten? Und welche gesundheitlichen Folgen hat sie für die Mädchen und Frauen? Über all das wird Jawahir Cumar in der Einfahrt sprechen. Und natürlich auch darüber, wo man sich Hilfe holen kann. Zum Beispiel beim Düsseldorfer Verein stop mutilation e.V., den sie mitgegründet hat und der im Salzmannbau eine Beratungsstelle betreibt.

5.12.
Betreutes Trinken mit Whisky-Expertin Carmen Hillebrand

Carmen Hillebrand hat ein Faible für Essbares und Trinkbares. Auf ihrem Blog tanzaufdertomate.de bloggt sie schon seit vielen Jahren über das Thema ihres Lebens. Vor einiger Zeit hat sie zudem – gemeinsam mit Lee Greene und Thomas Knüwer den Podcast „Völlerei und Leberschmerz“ aus der Taufe gehoben. Carmen absolviert gerne schon mal Kochkurse in Fronkraisch und verriet theycallitkleinparis mal im Interview, dass sie „ohne Käse nicht leben kann“. Whisky ist ein weiteres Herzensthema der Düsseldorferin. Ihr Know How in dem Bereich gibt sie heute an die Gäste weiter. Und natürlich wird auch das ein oder andere Gläschen verkostet. Sherry- oder Nosing-Gläser gerne mitbringen!
Achtung, für diese Veranstaltung ist eine Anmeldung erforderlich! Wer dabei sein möchte, meldet sich unter salut@theycallitkleinparis.de. Die Teilnehmer-Zahl ist begrenzt. Teilnehmen dürfen ausschließlich Personen ab 18 Jahren.

6.12.
Urban Sketcher Norbert Krümmel zeichnet Gäste

Norbert Krümmel zeichnet in den unterschiedlichsten Lebenssituationen, sei es nun im Urlaub, im Wartezimmer beim Arzt oder im öffentlichen Raum. Das Zeichnen, sagt Krümmel, passiere meist spontan. Wenn er irgendwo warten muss zum Beispiel. „Ich bin ein sehr ungeduldiger Mensch und kann solche Phasen mit dem Zeichnen gut überbrücken.“
Vor rund zwei Jahren ist Krümmel durch eine Ausstellung im Goethe-Museum auf die Urban-Sketching-Bewegung aufmerksam geworden. Seitdem ist er Teil von ihr. Sein Hauptaugenmerk gilt gemeinhin, schließlich ist er Architekt, eher Bauwerken. Für „Für einen Moment. Aktionen in der Einfahrt“ macht er eine Ausnahme – und fertigt Minutenporträts von den Gästen in der Einfahrt.

7.12.
Tom Blankenberg, Minimal Piano

„Ich mag das Kleine, Nahe, Leise“, sagt Tom Blankenberg. Seine minimalistischen Klavierstücke, die manche unter Klassik einsortieren würden und andere näher am Jazz verorten, vergleicht der Urheber selber gerne mit Krümeln, Tropfen oder Sekunden. Das, was während des Komponierens entstehe, sei „zunächst mal ein Monolog“, sagt Blankenberg. Piano-Monologe – auch eine schöne Bezeichnung für das, was er macht. 13 dieser musikalischen Selbstgespräche sind auf „atermus“ zu finden, seinem ersten Solo-Album, das im Februar 2019 erschienen ist. Die präsentiert der Düsseldorfer nun erstmals live in Oberbilk.

8.12.
Pole Dance mit Pia Karaus & Malwina Steinhoff

Mit Popogewackel und laszivem Gehabe hat das, was Pia Karaus und Malwina Steinhoff an der Stange zeigen, so gar nichts zu tun. Sie verstehen Pole Dance eher als Sport, als sportlich fordernd, anstrengend und technisch sehr anspruchsvoll. 2015 wurden die beiden polnischstämmigen Damen Deutsche Meisterinnen im Double Amateur 2. Schon seit einigen Jahren geben die Könnerinnen ihre Kunst an ihre Schülerinnen und Schüler weiter. In ihrem Studio „Pole Land“, das sich in einem Hinterhof an der Kölner Straße versteckt, trainieren sie die Meister von morgen.

9.12.
Vortrag Antje Grothus (Klimaheldin)

Antje Grothus lebt mit ihrer Familie in Buir, unmittelbar am Braunkohle-Tagebau Hambach und dem Hambacher Wald. Als im Dezember 2007 bekannt wurde, dass die Autobahn A4 tagebaubedingt an den Ortsrand ihres Heimatdorfes verlegt werden sollte, hat sie den Verein „Buirer für Buir“ mitgegründet. Seitdem engagiert sie sich im Braunkohlewiderstand und in der Klimabewegung. Im Rahmen der Klimaschutzverhandlungen in Bonn im November 2017 wurde sie für ihr vielfältiges bürgerschaftliches Engagement von der Organisation care als eine von zwölf Frauen weltweit zur „Klimaheldin“ gekürt. Im Juni 2018 wurde Antje Grothus als Vertreterin der Region und der betroffenen Anwohner im Rheinischen Braunkohlenrevier von der Bundesregierung in die Kommission Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung, die sogenannte Kohlekommission, berufen.

10.12.
Hans Hoff, Lesung

Der Name Hans Hoff dürfte in Düsseldorf so ziemlich jedem bekannt sein, der lesen kann. Der studierte Sozialpädagoge, der einst für das Düsseldorfer Jugendamt arbeitete, rutschte nach eigenen Angaben in den Journalismus ab. Was mit dem Musikmagazin „Sounds“ begann, mündete später in eine neunjährige Tätigkeit als Medienredakteur der „Rheinischen Post“ (1990 bis 1999). Spätestens seitdem gilt Hoff als gefürchteter Kritiker. Er textete unter anderem für die SZ, die „Welt am Sonntag“ oder den „Rolling Stone“. Die Ouvertüre im „biograph“ ist aus seiner Feder und seine Kolumne in der WZ ist regelmäßig eine Offenbarung, nicht nur, wenn er sich das Stadtmuseum vorknöpft.

11.12.
Hula Hoop mit Annik Roecker

Den Hula-Hoop-Reifen kennen viele noch aus einer Zeit, als man auch Gummitwist sprang. Mit jenen eher ungelenken Hüftschwüngen hat das, was Annik Roecker macht, allerdings rein gar nichts zu tun. Annik widmet sich dem Reifenspiel bereits seit mehr als fünf Jahren und hat die Kunst quasi perfektioniert. Mittlerweile gibt sie ihr Know How auch an andere weiter – seit 2016 unterrichtet sie Hoopdance in und um Düsseldorf.

12.12.
Luise Weidehaas, Singer-Songwriterin

Mit der Singer-Songwriterin Luise Weidehaas verbindet theycallitkleinparis eine ganz besondere Beziehung: Sie war nämlich die allererste Künstlerin, die dem Lieblingsblog der Landeshauptstadt in seinem Gründungsjahr ein Interview gewährte. 2015 war das, Weidehaas hatte damals gerade ihre EP „Swell“ veröffentlicht. Die lässt zwar bis heute auf einen Nachfolger warten, aber live ist die Düsseldorfer Musikerin sehr aktiv. Hier und anderswo präsentiert sie ihre Songs, die ein Kollege mal als behutsam und einfühlsam beschrieb, was es gut trifft.

13.12.
Diavortrag über Transnistrien von Till Kampfhenkel

Zwischen Moldawien und der Ukraine liegt, eingezwängt auf gerade einmal 4000 Quadratkilometern, ein Land, das es eigentlich gar nicht gibt: die Pridnestrowische Moldauische Republik, kurz Transnistrien. Ende der 1990er-Jahre, als die Sowjetunion am Ende war, hat sich das Land quasi selbst ausgerufen. Trotz eigener Pässe, eigener Währung und geschützter Grenzen wird es allerdings bis heute von der Welt politisch nicht anerkannt. Der Düsseldorfer Gitarrist Till Kampfhenkel („Grobe Liederwurst“) ist bereits zwei Mal mit Freunden durch Transnistrien gereist und berichtet in einem bebilderten Vortrag über das – Zitat – „stalinistische Freilichtmuseum“. Zu guter Letzt kommt sogar eine Komposition zum Vortrag, die vor Ort in Transnistrien entstanden ist.

14.12.
WATT!, Konzert

Eigentlich hat Rob Keane klassische Musik studiert. In seiner Heimat Australien, an der Universität von Adelaide. Seine Spezialität damals: Blechblasinstrumente. Mittlerweile hat er die Posaunen beiseite gelegt und beackert unter dem Künstlernamen WATT! (das Ausrufezeichen ist eine Reminiszenz an die Düsseldorfer Band Neu!) ein anderes musikalisches Feld: elektronische Musik nämlich, die er selber als „positiv melancholisch“ beschreibt. Nach Auftritten beim „Open Source Festival“, beim „New Fall Festival“ und an vielen anderen Orten in seiner Wahlheimat Düsseldorf spielt er nun zum ersten Mal in einer Toreinfahrt.

15.12.
Gregor Kerkmann (Chogori), Konzert

Genregrenzen ignoriert Gregor Kerkmann konsequent. „Ich habe ein sehr breites musikalisches Spektrum“, sagt der Bassist und Gitarrist über sich selbst. Kerkmann war Mitglied zahlreicher Bands und musikalischer Projekte. Zwei Jahre spielte er Kontrabass bei der Kölner Band Erdmöbel. Als Not am Mann war, sprang er bei Volker Bertelmanns God‘s Favorite Dog ein. Das unumstrittene Zentrum seines Schaffens ist aber seit 2013 das Duo Chogori, das er gemeinsam mit Ralf Stritt betreibt und dessen drittes Album „Lake“ vor einigen Wochen erschien. In der Einfahrt konzertiert Kerkmann ohne seine bessere musikalische Hälfte. Dafür aber mit seinem E-Bass.

16.12.
Polizist Dirk Sauerborn über seine Arbeit als Kontaktbeamter, Vortrag

Dirk Sauerborn arbeitet seit über 40 Jahren für die Polizei. Im Laufe der Zeit hat er dort ganz unterschiedliche Aufgaben übernommen. Objektschützer war er mal. Hat Öffentlichkeitsarbeit gemacht. Haftbefehle vollstreckt. Sogar den Verkehr hat er geregelt. Seit 2012 hat Sauerborn eine neue Aufgabe: Er ist Kontaktbeamter und Ansprechpartner für Interkulturelle Angelegenheiten im Polizeipräsidium Düsseldorf. Als solcher organisiert er Viertel-Rundgänge, Moschee-Besuche, sitzt an zahllosen runden Tischen und kennt so ziemlich jede Düsseldorfer Moschee von innen. Die guten Kontakte zur muslimischen Community haben ihm unter Kollegen den Spitznamen PHK Ali beschert. Polizeihauptkommissar Ali.

17.12.
Danko Rabrenovic, Stand-up mit Musik

Danko Rabrenovic ist wohl das, was man einen Tausendsassa nennt. Der Sohn einer Kroatin und eines Serben verließ seine Heimat auf dem Balkan 1991, um nicht am Jugoslawien-Krieg teilnehmen zu müssen. Seitdem verdingt er sich als Musiker, Autor, Radio-Moderator und seit neuestem auch Stand-up-Comedian. Zuletzt gastierte er mit seiner Show „solo&allein“ in Köln und Bochum. Davor kurvte er mit dem „Yugo-Taxi“ durch Zürich. Und ganz sicher wird in Zukunft auch wieder von seiner Band Trovaci zu hören sein.

18.12.
La Terza Madre, Konzert

Das Duo La Terza Madre besteht aus zwei Musikern, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Auf der einen Seite Dieter Nowatius aus Garath, der Anfang der 1990er-Jahre in diversen Düsseldorfer Punk- und Lofi-Bands unterwegs war. Der Musikinstrumente aus Gebrauchsgegenständen fertigt. Auf der anderen Seite Boris Polonski, der in seiner Jugend eine klassische Violoncello-Ausbildung und Kompositionsunterricht genoss. Zusammen gehen sie als La Terza Madre auf eine Entdeckungsreise nach neuen Motiven, Sounds und textlichem Wahnsinn. Der Auftritt in Oberbilk ist übrigens schwer exklusiv: Es handelt sich um das einzige Konzert des Duos in 2019!

19.12.
Wohnen ist ein Menschenrecht, Vortrag von Thomas Eberhardt-Köster

Viele Menschen leiden – gerade in beliebten Großstädten – unter permanenten Mietpreissteigerungen. Günstige Wohnungen sind Mangelware. Menschen werden aus ihren Vierteln getrieben, in Randbezirke und damit aus ihrem Lebensumfeld gedrängt. Leerstände und Segregation nehmen zu. Thomas Eberhardt-Köster, Betriebswirt und Politikwissenschaftler, hat die Ursachen für diese Missstände untersucht und macht Vorschläge, wie diese Entwicklung gestoppt werden kann. 2018 erschien sein Buch „Wohnen ist ein Menschenrecht“, das er gemeinsam mit Wolfgang Pohl verfasst hat.

20.12.
Thomas Huy, Opernsänger

Wer im Sommer dieses Jahres die Produktion ,,Akademia – Eine Oper“ gesehen hat, die von Studenten der Kunstakademie Düsseldorf im Malkastenpark aufgeführt wurde, der hat Thomas Huy dort bereits hören können. Huy ist Opernsänger. Bassbariton, um genau zu sein. Studiert hat er an der Hochschule für Musik und Tanz Köln/Aachen. Seitdem stellt er seine Stimme in den Dienst unterschiedlichster Produktionen und Konzerte im In- und Ausland und beschäftigt sich mehr als nur nebenbei auch intensiv mit neuer Musik und modernen Musiktheaterformen. In der Einfahrt wird er einen Auszug aus seinem Repertoire an klassischen Arien und Liedern darbieten.

21.12.
Vortrag Jörg Gerhartz (ehemaliger Obdachloser)

Jörg Gerhartz hat vier Jahre lang im Dunkeln gelebt. In einem stillgelegten Bahntunnel unter dem Wehrhahn S-Bahnhof, den er zu der Zeit nur selten verlassen hat. Zu der Zeit hatte er sich komplett von der Gesellschaft abgewandt und lebte vom Flaschensammeln. Irgendwann bekam er im Tunnel Besuch. Zwei Festival-Macher auf der Suche nach einer Location für ein Theaterprojekt. Wie sein Leben durch diese Begegnung eine 180-Grad-Wendung erfuhr, davon erzählt Gerhartz im Rahmen von „Für einen Moment. Aktionen in der Einfahrt“.

22.12.
Sina Klein, Lyrik-Lesung

Lange Jahre war die Dichterin Sina Klein Bestandteil der Düsseldorfer Literaturszene. Sie gehörte zum Autorenkollektiv „Sonny Wenzel & Freunde“, war Redaktionsmitglied des Literaturmagazins „Proto“ und las ihre Texte im Salon des Amateurs oder im Onomato Künstlerverein. Vor einiger Zeit hat die Poetin nun Düsseldorf den Rücken gekehrt und ist nach Wien gezogen. Im dort ansässigen Klever erschien Mitte Mai auch ihr zweiter Lyrikband mit dem Titel „skaphander“.

23.12.
„Der Boxpapst“, Film von Lars Schütt

Wilfried Weiser ist ein guter Geschichten-Erzähler. Am liebsten erzählt er Geschichten, in denen er der Held ist. Der starke Mann. Der Unbesiegbare. Dabei ist er schon länger nicht mehr unbesiegbar. 2016 erlitt er einen Schlaganfall. „Von einer Minute auf die andere war ich ein Krüppel“, sagt Weiser, den im Viertel alle als „den Boxpapst“ kennen. Weiser hat sein ganzes Leben in Oberbilk verbracht. Auf der Vulkanstraße. 2017 hat Lars Schütt ihn dort mit seiner Kamera besucht. Entstanden ist ein knapp 15-minütiger Film, in dem der Boxpapst über das Milieu spricht, über Freundschaften, Raubüberfälle, Frauen-Boxen und seinen täglichen Besuch auf dem Friedhof.

24.12.
Tai Chi mit Michael Wenzel

Michael Wenzel ist Journalist, Buchautor, Literat und vieles mehr. Im Rahmen von „Für einen Moment. Aktionen in der Einfahrt“ kann man den Düsseldorfer nun in einer für die Öffentlichkeit neuen Rolle erleben: als Tai-Chi-Lehrer. „Tai Chi ist eine Gesundheitsübung mit Wurzeln in der chinesischen Kampfkunst, die ich schon mein halbes Leben praktiziere“, sagt Wenzel. „Ich glaube, es sind jetzt 29 Jahre.“ Im Tai Chi gibt es kein höher, schneller, weiter. Es geht vielmehr darum, sich so wenig und so genau wie möglich zu bewegen. Klingt so, als wäre es genau das Richtige, um runterzukommen vor der großen Heiligabend-Sause.

theycallitkleinparis präsentiert:
Für einen Moment. Aktionen in der Einfahrt: 1. bis 24. Dezember,
täglich, 18:30 Uhr (am 24.12. bereits um 13 Uhr)
Hofeinfahrt Industriestraße 33, Düsseldorf-Oberbilk
Eintritt frei

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