Kein Chichi. Nur Düsseldorf.

Petra Kron im Interview – „Eine Kultur des Voneinander-Lernens und Miteinander-Gestaltens“

Herzstück Küche, Foto: Pixabay

Die Küche ist ein besonderer Raum. In fast jeder Wohnung, in fast jedem Haus ist das so. Auch beim Kabawil e.V. in Flingern bildet der Bereich, in dem gekocht und gegessen wird, das Herzstück. Im vergangenen Monat erlebte dort ein neues Format seine Premiere: die „Kabawil Kitchen Stories“. Was sich genau dahinter verbirgt? Hat theycallitkleinparis Kabawil-Leiterin Petra Kron gefragt.

Ihr habt im September zum ersten mal die „Kabawil Kitchen Stories“ veranstaltet. Bitte erkläre kurz das Konzept!
Mit den „Kitchen Stories“ bieten wir Menschen eine Plattform, um ihre Rezepte für einen sozialen Wandel in der heutigen Gesellschaft zu teilen – vertieft und verbunden mit einer gemeinsamen Mahlzeit, die von verschiedenen Menschen beziehungsweise Gruppen aus dem Stadtteil zubereitet wird. Jeweils ein gesellschaftlich relevantes Thema steht im Vordergrund und ein Experte oder eine Expertin zum Thema aus dem Stadtteil wird dazu geladen. Alle tauschen sich während des Essens und nach dem Essen gemeinsam zu dem Thema aus.

Worum geht es euch dabei?
Es geht uns darum, mit partizipativen Formaten Menschen, die in den Stadtteilen Flingern Nord und Flingern Süd leben und arbeiten, mit Künstlern und Künstlerinnen, Aktivisten und Aktivistinnen und Akteuren aus der Nachbarschaft zusammenzubringen und so eine Kultur des Voneinander-Lernens und Miteinander-Gestaltens im Stadtteil zu schaffen.

Von wem stammt das Konzept?
Das Konzept haben Melanie Klofat und ich entwickelt. Neben den „Kitchen Stories“ gibt es noch zwei weitere partizipative Formate der Vermittlung und des Voneinander-Lernens. Zum einen die außergewöhnlichen Stadtviertelführungen „Flingern Walks“ und zum anderen unsere neue mobile Bühne, mit der wir durch den Stadtteil ziehen können. Wir wollen damit kreativen Austausch, Inspiration, gegenseitiges Verständnis und Begeisterung – voneinander und miteinander – stärken und fördern.

Am 25. September ging die erste Ausgabe der „Kitchen Stories“ über die Bühne. Wie war die Resonanz?
Es war ein sehr gelungener Abend. Es ging um das so wichtige Thema Bienen in der Stadt. Der Designer und Imker Fritjof Wild aus Flingern teilte seine Erfahrungen, seinen Honig und sein Bienenwachs. Es kamen vor allem Menschen, die rund um den Kabawil-Hof leben und arbeiten.

Wie viele Leute können maximal teilnehmen?
Wir haben in unserer Küche maximal für 25 Leute Platz.

Bei der nächsten Ausgabe am 29. Oktober geht es um das Thema „Alternative Wohnformen“. Wen habt ihr eingeladen?
Für den Impulsvortrag ist Julia Treis eingeladen. Sie lebte fünf Jahre lang auf dem Bauwagenplatz in Flingern und wohnt jetzt in der Kiefernstraße. Auch die Köche sind eng mit Kiefernstraße und Bauwagenplatz verbunden: Melanie Windischmann lebt auf dem Bauwagenplatz und Dennis Boateng wuchs auf der Kiefernstraße auf.

Dann ist das Essen sicher vegan, oder?
Es wird eine Mischung aus veganer und ghanaischer Küche.

Für den Rest des Jahres sind noch zwei weitere Ausgaben der „Kabawil Kitchen Stories“ geplant. Wisst ihr schon, in welche Richtung es dann thematisch und kulinarisch gehen wird?
Es gibt Ideen, aber wir sind noch in der Planungsphase.

Sprecht ihr grundsätzlich Leute gezielt an für das Format oder können sich auch Leute mit ihren Themen bei euch melden?
Bisher haben wir die Leute angesprochen. Wir sind aber grundsätzlich für spannende Themen im Stadtteil offen, die der Grundidee der „Kitchen Stories“ entsprechen.

Wird das Format auch im kommenden Jahr weiterbestehen?
Wir sind gerade dabei, Förderanträge zu schreiben und hoffen, dass wir eine Finanzierung für weitere Ausgaben bekommen.

29.10., 18:30 Uhr, Flurstr. 11 (Hinterhof), Düsseldorf, Anmeldung unter klofat@kabawil.de

Kabawil Kitchen Stories #1

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