Kein Chichi. Nur Düsseldorf.

Christian „Pingpong“ Marwitz im Interview – „Heiligabend? Haben wir jeden Abend“

Christian „Pingpong“ Marwitz, Foto: Christian „Pingpong“ Marwitz

Der Düsseldorfer Christian Marwitz hat seit vielen Jahren seinen Zweitwohnsitz im indischen Goa – sechs Monate im Jahr verbringt er dort. In dem kleinsten aller indischen Bundesstaaten ist rund ein Viertel der Bevölkerung christlich. Wenn Marwitz also Weihnachten feiern würde, müsste er dort auf kaum etwas verzichten, was er aus Deutschland kennt. theycallitkleinparis hat mit dem Exil-Düsseldorfer gesprochen.

 

Wie lange verbringst du schon den Winter über in Goa?
Ich verbringe nicht den Winter in Goa. Ich lebe hier. Goa ist mein zweiter Wohnsitz, nicht nur im Deutschen Winter. Ich bin kein Wetterflüchtling. Ich habe einen großen Teil der Siebziger und Achtziger hier gelebt. Und lebe seit etwa zehn Jahren wieder hier.

Wo denn genau?
In Anjuna, Nord-Goa. Dort, wo wir Hippies Anfang der Siebziger Jahre unsere erste Community hatten.

Wie sieht dein Alltag vor Ort aus?
Alltag? Habe ich nicht! Jeder Tag ist wunderbar, voller Genuss und Überraschungen. Ich finanziere mich teils durch deutsche Altersversorgung, teils durch Unterrichten, als Entertainer und Musiker.

Was gefällt dir an Goa besonders gut?
Ich lebe hier, weil es nett und interessant ist.

Katholische Kirche in Goa, Foto: Christian „Pingpong“ Marwitz

66 Prozent der Bewohner Goas sind Hindus, aber es gibt auch zahlreiche Christen, übrigens fast ausschließlich Katholiken. Wie kommt das?
Goa wurde unter den portugiesischen Kolonialherren zwangschristianisiert, in großen Teilen zumindest. Nachdem die Portugiesen sich 1961 verzogen haben und Indien Goa geschluckt hat, hat der Zuzug von Hindus aus den umliegenden indischen Staaten schrittweise, und in letzten Jahren massiv, zugenommen. Goa ist ja einer der wirtschaftlich reichsten Staaten Indiens. Nicht zuletzt durch den Tourismus.

Während der portugiesischen Kolonialzeit im 16. Jahrhundert stellten die Christen sogar die Bevölkerungsmehrheit. Wie viel Prozent machen sie heute in Goa aus?
Die christlichen Goaner fürchten mittlerweile die „Überfremdung“ durch hinduistischen Migranten, da sehe ich also durchaus Parallelen zu Deutschland. Prozente? Ich traue keiner Statistik.
(Laut Wikipedia sind 25 Prozent der Goaner Christen. Die Redaktion)

Weihnachtsdeko unter Palmen, Foto: Christian „Pingpong“ Marwitz

Wie feiern die indischen Christen das Weihnachtsfest?
Gar nicht so anders als in Deutschland. Es gibt Weihnachtsmänner, Krippen, ja sogar Weihnachtsmärkte. Die Häuser und Bäume werden mit Lichterketten und anderem Gedöns geschmückt. Allein es sind natürlich keine Tannen. Stattdessen vielleicht Palmen oder Mangobäume.

Und Kirchen?
Gibt es auch, jede Menge.

Bist du mal dort gewesen an Heiligabend?
Nein, war ich nie. Ich lebe religionsfrei, bin an meinem 14. Geburtstag aus der Kirche ausgetreten, übrigens zusammen mit meiner Mutter.

Wie verbringst du dann den Heiligen Abend?
Heiligabend? Haben wir jeden Abend! Machen dann Liebe, Musik und Party!

Bist du Anhänger einer anderen Religion?
Nein, ich lehne sämtliche Religionen ab.

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