Kein Chichi. Nur Düsseldorf.

Nächster Rundgang: „Pflaster der Laster. Die Mintropstraße“

Versprechungen, Foto: Markus Luigs

Mal ehrlich, auf der Reeperbahn oder im Frankfurter Bahnhofsviertel würde man über die Mintropstraße vermutlich nur müde lächeln. Gerade einmal 200 Meter misst Düsseldorfs Mini-Kiez und wirkt damit verglichen mit den verruchten großen Schwestern harmlos wie eine Vierjährige mit rosa Einhorn-Shirt. Und überhaupt, das Milieu. Gibt es das in Düsseldorf eigentlich noch? Wilfried Weiser, lebende Legende aus dem nahen Oberbilk, würde die Frage verneinen: „Wo ist denn hier das Milieu? Auf dem Friedhof.“ Tatsächlich sind „Rio Rita Bar“, „Sex Vision“ oder „Sanfter Rebell“ längst unter der Erde. In den ewigen Jagdgründen der Rotlicht-Bars. Dennoch existiert natürlich auch 2018 Leben auf dem Pflaster der Laster. Im Friseursalon „L‘Elegance“ beispielsweise sorgt Haarschneider Hassan dafür, dass Rapper Farid Bang statt mehr als fragwürdiger Lyrics regelmäßig den Gassenhauer „Ich hab‘ die Haare schön“ anstimmen kann. Die „Erlebnisgastronomie Backstage Dinner“ verspricht zusätzlich zu Pizza und Pasta auch Amore. Ganz billig dürfte gerade letztere nicht zu haben sein, weshalb man direkt vor der Tür einen Geldautomaten platziert hat. Von derlei Kuriositäten einmal abgesehen sind Zocken und Table Dance bis heute die Kernkompetenzen der Mintropstraße. Was aber verbirgt sich hinter den lockend blinkenden Leuchtreklamen von „Solid Gold“ oder „Flamingo“? Werden die feuchten Träume, die die Fotos an den entsprechenden Fassaden versprechen, im Inneren Wirklichkeit? Wie lebt es sich im Haus mit der Nummer 11, über dessen Eingang der Spruch „Mein Haus ist meine Burg“ prangt? Und wofür steht die Mintropstraße sonst noch?

9.8., 19:30 Uhr, Anmeldungen hier. Treffpunkt wird nach Anmeldung bekannt gegeben. Die Teilnahme ist kostenlos.

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