Kein Chichi. Nur Düsseldorf.

The Düsseldorf Düsterboys im Interview – „Wir insbierieren uns gegenseitig“

The Düsseldorf Düsterboys, Foto: Charlotte Hock

„Irgendwo zwischen Hafen-Schunkler Hans Albers und Velvet Underground“, so beschrieben die Kollegen von Zündfunk den Sound von The Düsseldorf Düsterboys. Hinter dem seltsam anmutenden Bandnamen verbergen sich zwei Herren aus Essen: Peter und Pedro. Warum zum Teufel benennt man sich als Band aus dem Pott nach dem Dorf an der Düssel? theycallitkleinparis war mal wieder investigativ unterwegs.

 

Seit wann gibt es The Düsseldorf Düsterboys?
Peter: Den Gedanken dazu gibt es schon länger als die Band. Man kann sagen, dass die Band von dem Zeitpunkt an aktiv wurde, an dem Pedro zu mir nach Essen gezogen ist. Die Aura der Band habe ich das erste Mal gespürt, als ich vor Jahren die Coverrückseite von Marius Müller-Westernhagens Album „Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz“ angeguckt habe. Da steht er so geil in ’ner Kneipe rum. Sein samtiges Haar.

Wie groß ist euer Output bisher?
Pedro: Zur Zeit reicht er uns etwa bis zur Schulter. Doch weil er beständig wächst, müssen wir schon bald aufblicken, um in seine müden Augen zu sehen.

Wie kam es zu dem Bandnamen? Wieso benennt man sich als Essener Band nach dem 30 Kilometer entfernten Düsseldorf?
Pedro: Peter hat geträumt, dass wir uns so nennen müssen. Wir hatten keine andere Wahl.

Wie nehmt ihr die Landeshauptstadt wahr?
Peter: Als Besucher. Manchmal bin ich da, um meine Schwester zu besuchen. Ansonsten ist die Innenstadt am Wochenende ein bisher unangenehmes Partyerlebnis. Und ein großzügiger Applestore ist mir im Gedächtnis geblieben.
Pedro: Ich wusste lange Zeit gar nicht, dass es die Landeshauptstadt ist.

Und was hat es mit den Düsterboys auf sich? Wie düster seid ihr wirklich, muss man sich Sorgen machen?
Pedro: Wir sind wirklich sehr düster. Manchmal ist es der Übergang von Hell nach Dunkel und manchmal von Dunkel nach Hell.

Euer Sound wurde in der taz als „Schnauzbartpop, der auf den Schultern von F.S.K.s „Stürmer“ und Velvet Undergrounds „Loaded“ steht“ beschrieben. „Irgendwo zwischen Hafen-Schunkler Hans Albers und Velvet Underground“, hieß es bei Zündfunk. Von wem fühlt ihr euch besser verstanden? Wo seht ihr euch selber?
Peter: Das ist schon interessant. Aber es ist auch sehr schwierig zu sagen, wo man sich selbst sieht, weil man ja dafür eine Perspektive von außen einnehmen müsste, was gar nicht so richtig möglich ist. Hans Albers kennen wir nicht, aber Velvet Underground finden wir gut.

Eure Musik hat mit aktuellen Trends und Tendenzen nichts am Hut. Wer oder was inspiriert euch?
Peter: Am liebsten insbierieren wir uns gegenseitig, wenn du weißt, was wir meinen.

Das Video zu eurem Song „Teneriffa“ gibt es neben der normalen auch in der Düstergirls-Version. Warum war euch das wichtig?
Pedro: Naja, dass uns das wichtig war, kann man so nicht sagen. Das haben wir uns ja nicht selbst ausgedacht. Es war eine Überraschung. Wir waren jedenfalls übelst geflasht. Und irgendwie kommen uns die Menschen aus dem Video auch bekannt vor…

Wie empfindet ihr Essen als Standort für eine Band? Gibt es so etwas wie eine Szene, der ihr euch zugehörig fühlt?
Pedro: Wir fühlen uns sehr wohl in Essen. Man könnte sagen, es ist angenehm unaufgeregt. Oder es ist unangenehm anregend. Im Ruhrgebiet gibt es viele tolle Leute, die alle gute Sachen machen. Eine Szene würden wir das nicht nennen, obwohl viele Freunde von uns in unterschiedlichsten Konstellationen in verschiedensten Bands spielen. Etwa Transport, Nasssau, Müde, Das Behälter. Alles, was um Ana Ott und ums Makroscope passiert.

Neben The Düsseldorf Düsterboys seid ihr ja auch noch in einer weiteren Band aktiv, dem Trio International Music. Wie unterscheidet sich deren Sound von dem, was ihr zu zweit macht?
Peter: Der wohl offensichtlichste Unterschied ist die Lautstärke bedingt durch die Instrumentation: Schlagzeug, E-Gitarre und E-Bass. Ansonsten sind es die Melodien, die Art wie wir singen, der Anteil von Körperlichkeit. Ich sage es mal so: Bei International Music wird der Rock groß geschrieben, bei den Düsterboys eher klein.

Seid ihr schon mal in Düsseldorf aufgetreten?
Pedro: Ja, im Cube zum Beispiel und beim Rheingold-Festival. Im März kommen wir nochmal ins Cube. Es ist schön da.

Bayern 2 pries euch vor kurzem als Act an, der dieses Jahr groß werden könnte. Drei Gründe, wieso 2018 euer Jahr wird?
Pedro: Erstens: Der Pilspreis wird nicht signifikant steigen. Zweitens: Wir machen Aufnahmen mit Olaf Opal für eine EP, die im Herbst erscheinen soll. Drittens: Am 27. April bringen International Music ihr erstes Album „Die besten Jahre“ bei Staatsakt heraus. Konkurrenz belebt das Geschäft.

20.3., 21 Uhr, Cube, Düsseldorf

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