Kein Chichi. Nur Düsseldorf.

Nächster Rundgang: „Wo kommen Sie denn her? Geschichten von Heimat und Fremde“

Foto: Alexandra Wehrmann

Deutschland ist ein Einwanderungsland. Das liest man immer wieder. Und hört es aus dem Mund von Politikern. Auf Düsseldorf runter gebrochen sieht das so aus: Von insgesamt 635.704 Einwohnern sind 141.826 – ja, was sagt man? – Ausländer, Einwanderer, Migranten. Das entspricht einem Anteil von 22,3 Prozent. Jeder Fünfte in Düsseldorf wurde also höchstwahrscheinlich anderswo geboren. In einem anderen Land. Auf einem anderen Kontinent. In einer anderen Kultur. Mit anderen Sitten und Gebräuchen, einer anderen Religion. Wenn das thematisiert wird, geht es häufig um Probleme, die im Zusammenleben so unterschiedlich geprägter Menschen zwangsläufig entstehen. Um Sprachbarrieren. Um Integrationsfähigkeit. Um den Clash of Cultures.

In Düsseldorf leben Menschen aus 189 unterschiedlichen Nationen. Die meisten sind aus der Türkei hierhergekommen, aus Griechenland und Polen. Andere stammen aus Island, Kolumbien oder Gambia. Sie alle sehen sich häufig mit einer Frage konfrontiert: „Wo kommen Sie denn her?“ Manch einen nervt diese Frage, nervt der Hinweis, dass sie gut deutsch sprächen, nerven die Klischees, die über ihre Heimat kursieren: Isländer glauben an die Existenz von Elfen und Kobolden. Kolumbianer haben mit Drogen zu tun. Und Italiener sind Heißsporne…

Manche der einst von anderswo Gekommenen leben mittlerweile seit Jahrzehnten hier, besitzen einen deutschen Pass. Andere haben ihr Heimatland im Kindesalter verlassen oder nie gesehen. Manche kamen, um hart zu arbeiten und das Geld in ihr Land zu schicken, zu Eltern und Verwandten. Andere flohen vor Krieg oder politischen Veränderungen, die sie nicht mehr ertragen konnten. Jede Einwanderungsbiografie ist anders. Aus jeder kann man lernen. Der Stadtrundgang „Wo kommen Sie denn her?“ stellt vier Düsseldorfer aus aller Welt vor. Ihre Geschichten sind beizeiten spannend wie ein Spielfilm. Sie handeln von Mut, Aufbruch, Veränderungen, von Hoffnungen, die enttäuscht wurden. Von Plänen, die nicht aufgingen. Von neuen Chancen und Perspektiven. Sie handeln von Heimat und Fremde. Von nationalen Identitäten und Mentalitäten. Und manchmal auch einfach von der Sehnsucht nach Schwarzbrot.

11.3., 12 Uhr, Teilnahme: 10 Euro, Anmeldungen unter salut@theycallitkleinparis.de, Treffpunkt wird bei Anmeldung bekannt gegeben

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