Kein Chichi. Nur Düsseldorf.

Friends of Gas im Interview – „Es gibt kein Kalkül für unseren Sound“

Friends of Gas, Foto: Susanne Beck

Sie kommen aus München, spielen Post-Punk und sind für ihr letztes Album von der Musikpresse gefeiert worden: Friends of Gas. theycallitkleinparis hat mit Nina Walser und Martin Tagar gesprochen und dabei festgestellt, dass sie verbal ähnlich agieren wie musikalisch. Sperrig. Wenig gefallsüchtig. Auf den Punkt.

 

Euer letztes Album „Fatal schwach“ wurde von Max Rieger (Die Nerven) produziert. Wie kam es zu der Zusammenarbeit? Und warum habt ihr euch entschieden, das Album nicht in einem herkömmlichen Studio, sondern in einem Club, dem Kafe Kult in München, aufzunehmen?
Wir wussten, dass Max uns kennt und schätzt und dass die Art, wie er arbeitet, zu uns passt. Wir wollten die Platte möglichst live aufnehmen und auch so klingen lassen. Das Kafe Kult schien uns dafür der perfekte Ort zu sein.

Die Platte wurde von der Musikpresse gefeiert und mit Superlativen überschüttet. „Eines der brachialsten Punk-Alben des Popjahres“ hieß es zum Beispiel in der taz. Was machen derartige Lobhudeleien mit euch?

Man muss immer gegen seine innere Bereitschaft ankämpfen, unbefugtes Lob für berechtigter zu halten als unbefugten Tadel. Das Zitat stammt nicht von uns, sondern von Max Goldt. Und er hat natürlich Recht.

Ihr wurdet in einem Atemzug genannt mit Bands wie Kolossale Jugend, Fehlfarben, DAF und Sonic Youth. Hat euch deren Musik beeinflusst?
Wahrscheinlich.

In der letzten Zeit sind eine Reihe von Bands mit düsterem, krachigem Punk-Sound und deutschen Texten auf der Bildfläche erschienen: Karies, Human Abfall, Die Nerven, Gewalt – um nur einige zu nennen. Inwieweit seht ihr euch als Teil dieser Post-Punk-Szene?
Wir haben mit den meisten schon zusammen gespielt, man kennt sich auch persönlich. Aber es gibt kein Kalkül für unseren Sound. Die Gemeinsamkeiten sind keine Berechnung, was man einer Szene aber öfters unterstellen kann.

Wie seid ihr zum Berliner Label Staatsakt gelangt? Es heißt, dass ihr quasi dorthin vermittelt worden seid und bekannte Fürsprecher hattet.
Das geschah auf mysteriöse Weise.

Wie entstehen eure Songs? Haben sie ihren Ursprung im Text?
Erst Intuition, dann Struktur, und dann meistens Text. Der Text entsteht unabhängig von der Musik und verändert sich auch mit der Musik.

Berlin, Rostock, Hamburg, Düsseldorf, Stuttgart, Nürnberg, Baden, München – acht Konzerte an acht aufeinander folgenden Tagen. Habt ihr da überhaupt noch Zeit, euch vor Ort umzusehen? Und wenn ja, was habt ihr in Düsseldorf vor?
Eher nicht, und wenn doch, dann spielen wir Pokemon Go auf der Kö.

2017 ist gerade zu Ende gegangen. Was sind für euch die Platten des Jahres?
Nina: Für mich ist es „Party“ von Aldous Harding.
Thomas: Ich mochte besonders Melt Downer mit dem gleichnamigen Album.

Apropos Platten des Jahres. Wann dürfen wir euer neues Album erwarten?
Beizeiten.

5.2., 20:30 Uhr, Friends of Gas & Gewalt, zakk, Düsseldorf

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