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Haru Specks im Interview – „Der Kopf blockiert so viel, was das Herz gerne machen würde“

Haru Specks kannte man bisher als Mann des schwarzen Goldes. Als lebende Jukebox, Plattenaufleger und Vinylprediger. Nun zeigt er eine weitere Seite von sich: Am 26. und 27. Januar stellt er unter dem Titel „keine angst“ in der Brause erstmals Zeichnungen und Aquarelle aus. theycallitkleinparis hat mit Specks gesprochen.

Die Ausstellung entstand, wie du selber sagst, durch „eigenartige Umstände“. Welche waren das?
Ich verliebte mich vor über einem Jahr in eine Frau, die aber von der Idee einer festen Bindung damals nicht sonderlich überzeugt war. Um Beständigkeit zu zeigen, begann ich, ihr jeden Tag eine selbst gestaltete Postkarte zu senden. Anfangs waren es nur einfache Sprüche, nach einiger Zeit begann ich mit Zeichnungen. Sara ist eine großartige Illustratorin. Als ich eine Ausstellung von ihr besuchte, beschloss ich, es auch mit Farbe zu versuchen. Zuerst klassische Buntstifte, dann Aquarelle.

Und wie hat die großartige Frau auf deine Post reagiert?
Die eine oder andere gelungene Karte schaffte es tatsächlich, in ihrer Wohnung in Sichtweite von ihr zu sein. Ich mag den Gedanken, so immer wieder für einen Moment in ihr Gedächtnis zu hüpfen. Zudem meinte Sara, ich sollte mit den Zeichnungen ruhig an die Öffentlichkeit gehen. Und wenn eine so gute Illustratorin das rät, sollte man dem Rat folgen.

Zeichnen und Malen ist dein Hobby. Ein Hobby betreibt man ja häufig für sich, im stillen Kämmerlein. Warum hast du dich entschieden, die Arbeiten, auch die, die für die Dame deines Herzens entstanden sind, öffentlich zu zeigen?
Darauf gibt es mehrere Antworten. Erstens: Das Vertrauen von Sara in mein Können verlieh mir die Eier, diesen Schritt zu machen. Zweitens: Als Kind und Jugendlicher träumte ich davon, mich künstlerisch zu betätigen. Mit über 50 Jahren traue ich mich nun, das umzusetzen. Und drittens: Es ist ein Akt der Verweigerung. Jede Minute, in der ich eine Zeichnung oder ein Aquarell mache, produziere ich sinnlos vor mich hin. Es ist erfüllend und befriedigend, sich auszudrücken. Und es ist das Gegenteil vom stumpfen Konsum.

Welche Motive interessieren dich?
Mal sind es Pilze, dann Oktopusse, Windhosen, Menschen unter Wasser… Vor Porträts schrecke ich zurück. Da muss ich noch sehr viel üben, üben, popüben.

Die Ausstellung heißt „keine angst“. Warum?
„keine angst“, sich zu blamieren. „keine angst“, einfach zu machen. „keine angst“, in Aktion zu treten. Der Kopf blockiert so viel, was das Herz gerne machen würde.

Ein Teil der Arbeiten ist käuflich zu erwerben. Was muss man für einen echten Specks hinlegen?
Es gibt drei Preisstufen: 5, 10 und 20 Euro für einen gerahmten Specks in Postkartengröße.

Bisher kannte man dich in erster Linie als Plattenaufleger und Vinylprediger. Zudem postest du auf Facebook ab und an zarte Pflanzenfotos. Nun die Zeichnungen und Aquarelle. Was ist in Zukunft von dir zu erwarten? Yoga-Klamotten? Eine Schmuck-Kollektion?
Hahaha! Ich mag es, wie du mir Stöckchen hinhältst, Alexandra. Mit der Ausstellung realisiere ich mir einen stillen Traum, den ich nie auszudrücken wagte. Auf dem Zettel steht noch ein Buch, ein Film und eine Schallplatte, natürlich.

Wann genau ist die Ausstellung zu besuchen?
Man muss schnell machen. Die Vernissage ist am Freitag, den 26. Januar ab 19 Uhr und die Finissage findet am Samstag, den 27. Januar ab 19 Uhr statt. Den ersten Abend bespielt der große DJ NST, den zweiten mein Sohn. Ich freue mich, dass ich den Abend über gute Musik um mich habe, mich aber ansonsten auf die Gäste konzentrieren kann.

26.&27.1., jeweils ab 19 Uhr, Brause, Bilker Allee 233, Düsseldorf

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