Kein Chichi. Nur Düsseldorf.

Till Riekenbrauk (LADEN EIN) im Interview – „Als Gastronom muss man ein Tausendsassa sein“

Foto: LADEN EIN

Am Montag eröffnet im postPOST – Grand Central LADEN EIN. Das gastronomische Konzept ist bisher in der ganzen Stadt einzigartig. Alle zwei Wochen wechseln sowohl Koch als auch Angebot. In Köln gibt es das Ganze bereits, im Agnesviertel. Till Riekenbrauk ist Mit-Betreiber. theycallitkleinparis hat mit ihm gesprochen.

Seit wann gibt es LADEN EIN in Köln?
Seit Oktober 2015, also anderthalb Jahre. Bis heute hatten wir 33 verschiedene Gastgeber.

Wie ist euer Konzept?
Das Konzept ist ein Restaurant-Sharing-Konzept. Wir stellen die Räumlichkeiten und alle 14 Tage zieht ein neuer Koch mit neuer Speisekarte und einer komplett neuen kulinarischen Ausrichtung bei uns ein.

Wie wird es angenommen?
In Köln funktioniert der LADEN EIN sehr gut. Wir haben viele Stammkunden trotz des ständigen Wechsels. Es gibt zum Glück genug Food-Neugierige, die sich freuen, alle 14 Tage was Neues ausprobieren zu dürfen.

Was ist euer beruflicher Hintergrund?
Mein Geschäftspartner Vincent Schmidt und ich arbeiten seit 13 Jahren in der Gastronomie. Wir haben noch als Schüler gemeinsam angefangen zu kellern. Vincent hat eine Ausbildung als Fotograf und im Hotelgewerbe. Ich habe ein Studium der Wirtschaftswissenschaften abgeschlossen.

Wie viele Gäste finden im LADEN EIN in Köln Platz?
In Köln bringen wir ungefähr 35 Gäste im Gastraum unter. Und wir haben noch circa 15 bis 20 Plätze draußen.

Und wie würdet ihr eure Gäste beschreiben?
Ich würde sagen, wir haben verschiedene Gäste. Das ist eben auch immer total davon abhängig, wer gerade Gastgeber ist. Haben wir eine sehr fleischlastige BBQ-Karte, sitzen auf einmal viele bärtige tätowierte Männer bei uns. Wenn wir leichte japanische Küche anbieten, kommen hingegen eher Frauen. Aber zum Glück haben wir wirklich auch einige Stammkunden, die keinen Gastgeber verpassen möchten.

Wie viele Leute bewerben sich bei euch?
Pro Woche bekommen wir zwischen drei und fünf Anfragen. Meistens antworten die Leute aber schon nicht mehr, wenn ich denen die ersten Infos raus schicke. Da stehen dann Dinge, wie, dass wir bei uns Handwerk erwarten und eine Null-Convenience-Politik fahren. Das sortiert dann schon die meisten Imbissbuden-Betreiber aus.

Wie und wonach wählt ihr dann die Leute aus, die sich zwei Wochen bei euch probieren dürfen?
Wie gesagt, wir achten sehr darauf, dass unsere Gastgeber bei uns Selbstgemachtes anbieten. Außerdem lassen wir neue potentielle Gastgeber immer Probekochen. Wichtig ist auch, dass uns das Konzept überzeugt und wir uns vorstellen können, dass es unsere Gäste anspricht.

Welche gastronomischen Angebote erfreuten sich in der Vergangenheit besonderer Beliebtheit?
Ich habe mittlerweile die Faustregel eingeführt, dass die besten Belegungen so einfach wie möglich zu erklären seien müssen. Am besten sogar schon im Namen. Wenn der Gast weiß, welche Richtung und welche Geschmäcker ihn erwarten, lässt er sich lieber auf was Neues und Unbekanntes ein.

Und was kam nicht so gut an?
Eben genau das Gegenteil… Speisekarten, die von allem etwas anbieten und den roten Faden dabei aus den Augen verlieren, verwirren nicht nur den Gast, sondern sprechen ihn auch nicht an.

Und wie viele, die sich bei euch versucht haben, haben mittlerweile ein Restaurant eröffnet?
Wir suchen schon länger in Düsseldorf und in Köln für einige unserer ehemaligen Gastgeber nach freien Läden. Das ist gar nicht so einfach. Wir eröffnen jetzt ja auch nur für ein halbes Jahr zur Zwischennutzung in Düsseldorf einen zweiten LADEN EIN. Aber tatsächlich macht jetzt bald der erste Gastgeber, Mashery Hummus Kitchen, in Köln seinen erstes Restaurant auf.

Welche Qualitäten sind unerlässlich für einen Gastronom?
Man muss ein kleiner Tausendsassa sein. Aber am wichtigsten ist, dass man mit Vollgas und Motivation dabei ist.

Wann startet ihr in Düsseldorf?
Wir starten mit einer kleinen Eröffnungsfeier am Samstag ab 19 Uhr. Regulär machen wir dann ab Montag, 12 Uhr mittags auf. Ab dann haben wir von Montag bis Samstag von 12 bis 22 Uhr durchgehend geöffnet. Sonntags ist in der Regel Ruhetag.

Und mit was für einer Küche?
Wir starten mit Turbo Bao als Gastgeber. Er macht taiwanesische Baos. Das sind in Hefeteig gedämpfte Buns, die mit verschiedenen leckeren asiatischen Sauereien belegt sind. Außerdem gibt’s Taropommes und verschiedene andere Beilagen.

Habt ihr schon länger nach einem Standort hier in der Stadt gesucht?
Wir haben schon kurz nachdem wir in Köln eröffnet haben, begonnen, etwas Geeignetes in Düsseldorf zu suchen. Aber das war echt schwer bis gar nicht zu finden.

Und wie seid ihr dann aufs postPOST – Grand Central gekommen?
Wir haben eigentlich wegen unseres Street Food Festivals angeklopft. Mit den Betreibern von ZackBumm waren wir dann direkt auch in Gesprächen über die Möglichkeit, einen zweiten LADEN EIN temporär dort zu machen. Jetzt sind wir, was das Ganze angeht, sogar Partner. Und während ZackBumm alles vor Ort regelt, kümmern wir uns um die Belegungen und unser Koch betreut die Gastgeber vor Ort.

Wie viele Sitzplätze gibt es?
Wir haben drinnen circa 40 bis 50 Plätze und draußen noch mal ca. 25.

Möchtet ihr das Konzept neben Düsseldorf noch in weitere Städte bringen?
Warum wir uns so auf Düsseldorf fokussiert haben, liegt einfach an der Betreuungsintensität. Wir können von Köln sehr schnell und gut nach Düsseldorf kommen.

Ist Essen das neue Feiern?
Auf jeden Fall! Zumindest kann man beides gut kombinieren. Erst lecker Essen danach feiern.

Eröffnung: 25.3., ab 19 Uhr

LADEN EIN, Zugang über Kölner Str. 114 und Erkrather Str. 33, Düsseldorf; Mo-Sa 12-22 Uhr, keine Reservierungen

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