Kein Chichi. Nur Düsseldorf.

Stadtführung zu verschwundenen Orten – Bleibt alles anders

Imbissbude Harkortstraße, Foto: Markus Luigs

In den vergangenen Dekaden sind in Düsseldorf zahlreiche Orte verschwunden, darunter viele, die den Bewohnern lieb und teuer waren. Bei manchen ging dem Tod eine lange Diskussion voraus. Unterschriften wurden gesammelt. Bürgerbegehren angestrengt. Am Ende brachte all das meistens nichts. Die Bagger kamen und erledigten emotionslos ihren Job. Was blieb waren Erinnerungen. Und manchmal auch mehr. Vom denkmalgeschützten Tausendfüßler, der 2013 dem Kö-Bogen Platz machen musste, hat manch einer heute noch ein Stück daheim. Mit der Spitzhacke heraus gehauen an jenem Tag kurz vor dem Abriss, als die Hochstraße für Fußgänger freigegeben wurde. Ein würdiger Abschied, immerhin. Andere Orte verschwanden ohne viel Brimborium, heimlich, still und leise. Keine Unterschriften. Keine Proteste. Weg waren sie. Im Totenmonat November erleben sie für einen Nachmittag eine Wiedergeburt. Im Rahmen eines Stadtrundgangs. „Wie Sie sehen, sehen Sie nichts“ führt am 13.11. zu insgesamt fünf Orten in Düsseldorf, die es nicht mehr gibt. Und die allesamt Lücken hinterlassen haben, die bisher nicht gefüllt werden konnten. Eine Imbissbude am Bahndamm ist darunter. Und ein Club, den nur Eingeweihte finden konnten. An jeder der Stationen treffen die Stadtrundgänger einen Menschen, der eng mit dem jeweiligen Ort verbunden war und viel darüber erzählen kann. Man sieht also nichts. Und erfährt doch viel. Über Vergangenheit und Zukunft. Gestern und heute. Und darüber, dass nichts bleibt, wie es ist.

Wie Sie sehen, sehen Sie nichts. Stadtführung zu verschwundenen Orten. 13. November, Start: 14 Uhr. Anmeldung unter salut@theycallitkleinparis.de

Die Wege zwischen den einzelnen Stationen werden zum Teil mit Bus und Bahn zurückgelegt. Teilnehmer sollten also im Besitz eines Tickets sein.

2 Responses to “Stadtführung zu verschwundenen Orten – Bleibt alles anders”

  1. Peter Löhr

    Ich bin grad wieder über diese spannende Seite gestolpert und auf den Artikel gestoßen. Ich kann mich erinnern, dass ich letztes Jahr nicht konnte gekonnte.

    Noch mehr kann ich mich an diese Pommesbude mit der genialsten aller Currywurst-Saucen erinnern. Mein Freund Diogenis hatte mich drauf aufmerksam gemacht, der zu Schulzeiten extra dafür aus Haan eine Spritztour mit Kumpels im Fiesta unternommen hatte.

    Hier habe ich aus Nervosität am Vorabend meiner letzten Diplomprüfung (1988) gespeist. Und auch bis in die 200er (?) war die „Currywurst am Bahnhof“ das Highlight vieler Einkaufstouren in der Heimatstadt.

    Was ist aus den Betreibern geworden? Gefühlt sahen die all die Jahre immer gleich zeitlos aus. Der weiße Kittel hatte fast was Prof. Brinkmann 😉

    Klasse Seite!!

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    • Alexandra Wehrmann

      Die Betreiber mussten die Bude aufgeben, weil auf dem Gelände gebaut werden wird. Dort entstehen mehrere Hotels. Was aus den Weißkitteln von der Bude geworden ist, weiß ich leider auch nicht. Habe versucht, es im Vorfeld der 2016er „Tour zu verschwundenen Orten“ herauszufinden, konnte sie aber leider nicht aufspüren…

      Antworten

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