Kein Chichi. Nur Düsseldorf.

Büdchentag-Mitorganisator Sascha Matesic im Interview – „Im Büdchen sind alle gleich“

Foto: Richard Gleim

Am 20. August feiert man in Düsseldorf erstmals offiziell seine Büdchen, beim 1. Düsseldorfer Büdchentag. Sascha Matesic ist einer der Organisatoren. Die Liebe zum Büdchen liegt bei ihm in der Familie. Seine Eltern betrieben einst einen Kiosk auf der Hammer Straße. Das und mehr hat er theycallitkleinparis verraten.

Sascha, wann warst du zuletzt am Büdchen?

Eben gerade.

Und was hast du gekauft?

Zigarettenpapier.

Welche ist deine Stamm-Bude?

Ich habe zwei, beide an der Volksgartenstraße. Eins ist in Hausnummer 17, eins in Hausnummer 37. Ich wohne in Hausnummer 27, also genau in der Mitte. Ich kaufe mal da, mal da, gerecht verteilt.

Was macht die Büdchen aus?

Yasars Büdchen ist ein Stück Türkei, das andere ein Stück Sri Lanka. So oder so also ein kleiner Urlaub vom Alltag.

Bitte beschreibe deinen Büdchenmann/deine Büdchenfrau!

Was beide ausmacht ist das Herz, die Geschichten, das Lächeln und das Helfen in der Not. Sie sind so was wie die Bürgermeister der Hood.

Wie viel erzählst du den Bürgermeistern der Hood von dir?

Jedes Mal ein bisschen mehr und das beruht auf Gegenseitigkeit.

Wie entstand die Idee zum Düsseldorfer Büdchentag am 20.8.?

Im Ruhrgebiet rief ein Verein für den 20. August den „Welttag des Büdchens“ aus. Christoph Dohmen vom Büdchenblog und ich hatten, als wir davon hörten, die Idee, die Büdchen auch in Düsseldorf zu feiern. Zusammen mit den Jungs von Trinkhalle und Stehcafé haben wir dann überlegt, dieses Fest zu veranstalten, die Büdchen in temporäre Kulturräume zu verwandeln. Das möchten wir übrigens auch im nächsten Jahr fortführen. Die Kultur zurück ins Büdchen tragen. Für mehr Regionalität und weniger Bing Bing. Im Büdchen sind schließlich alle gleich. Die Büdchen sind eine soziale Insel, die nicht aus dieser Stadt wegzudenken ist.

Wer gehört zum Organisationsteam?

Das sind neben Christoph und mir noch Christian Düchtel und Tom Miller (Trinkhalle/Stehcafe).

Wie viele Büdchen werden beteiligt sein?

Wir können stolz behaupten, dass wir in 20 Büdchen dieser Stadt ein breitgefächertes Kulturprogramm anbieten werden.

Was für Veranstaltungen erwarten die Besucher?

Es wird beispielsweise ein Fußball-Freundschaftsspiel der Mannschaft der Kunstakademie gegen ein Überraschungsteam auf dem Bolzplatz des Lessingplatz geben. Ansonsten Fahrradrennen, Folklore, gutes Essen und vieles mehr. Eine große gemischte Tüte.

Deine persönliche Top3 der Düsseldorfer Büdchen?

Das Büdchen von Ökkes an der Linienstraße. Nana auf der Flurstraße in Flingern. Und meine zwei Buden auf der Volksgartenstraße.

Der seltsamste Artikel, den du je in einem Büdchen gesehen hast?

Die mit Abstand seltsamsten Artikel, die ich in diesem Kontext gesehen habe, waren Feuchtraumsteckdosen und Angelschnur. Das war in einem Spätkauf in Berlin-Marzahn.

Was wärst du ohne dein Büdchen?

Jedenfalls kein Düsseldorfer. Meine Eltern sind 1976 aus Aachen mit mir hierher gezogen, um einen Kiosk auf der Hammer Straße zu übernehmen. Dort traf mein Papa dann Herrn Schnitzler und fing kurz darauf als Köbes im Uerige an. Ich hätte nicht schießen gelernt, nicht reimen und viele Geschichten, die ich in nächster Zeit auf dem Büdchenblog veröffentlichen werde, wären nicht entstanden. Kurz gesagt, ohne Büdchen wäre ich nie Sushi da Slamfish geworden und hätte auch nie einen Fuß ins Rheinstadion gesetzt.

20.8. 1. Düsseldorfer Büdchentag

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