Kein Chichi. Nur Düsseldorf.

„Agi und ich hatten nicht nur Hochphasen“ – Interview mit Alex Wissel

Das Ende des Single Clubs liegt mittlerweile fast vier Jahre zurück. Im Juni 2012 ging im Keller von Agis Bistro die letzte exzessive 24-Stunden-Sause über die Bühne. Jene, die dabei gewesen sind, erzählen heute noch davon. Und alle anderen ärgern sich, dass sie nie da waren. Mittlerweile ist auch Jan Bonnys Film zur Party fertig. „Single“ erlebt am 30. März seine Rheinland-Premiere im Kölnischen Kunstverein. theycallitkleinparis sprach mit Alex Wissel, der sich das fabulöse Spektakel einst ausgedacht hat.

Der „Single Club“ wurde von dir initiiert, weil du gerade von deiner damaligen Freundin verlassen worden warst.
Die Trennung war sicherlich ein Auslöser und für mich war das ganze Unterfangen eine Art und Weise, produktiv mit dem damit verbundenen Schmerz umzugehen.

Entsteht deiner Erfahrung nach aus einer solchen, traurigen Grundstimmung heraus eher etwas künstlerische Gelungenes als aus einer positiven, optimistischen?
Das ist schwer zu generalisieren.

Von wann bis wann gab es den „Single Club“?
Den Single Club gab es von Juni 2011 bis Juni 2012.

Wie viele Partys fanden insgesamt statt?
Jeden Monat innerhalb dieses Jahres gab es eine Veranstaltung, die 24 Stunden ging. Nur einmal wurde eine Veranstaltung vom Ordnungsamt leider kurz vor Beginn abgesagt.

foto: © stephan machac

foto: © stephan machac

Und war die Frau, die dich verlassen hatte, mal dort?
Ja, Magda ist sogar mit einer eigenen Band im Club aufgetreten. Die hieß „Scheisse“.

Stimmt es eigentlich, dass du dich mal mit Agi, dem Betreiber des Bistro Agi, in dessen Keller der Single Club stattfand, geprügelt hast?
Wie in jeder normalen Freundschaft hatten auch Agi und ich nicht nur Hochphasen.

Warst du nach dem Ende der „Single Club“-Ära noch mal im Agi?
Ja, ich bin öfters da.

Wie oft wirst du heute noch auf die Partys angesprochen?
Relativ oft, lustigerweise in letzter Zeit mehr und mehr von Leuten, die nie im Single Club waren.

foto: © stephan machac

foto: © stephan machac

Mittlerweile ist auch der Film zur Party fertig, „Single“. Wieso hat es eigentlich so lange gedauert damit?
Normalerweise ist es ja so, dass, wenn man einen Film macht, zuerst das Drehbuch da ist, dann wird gedreht, geschnitten und das Poster gemacht. Bei uns war es anders herum: Zuerst gab es das Poster zum Film über den Club, dann gab es den Club, dann gab es Dokumentationsmaterial zum Club und in diesem mussten wir während des Schnitts unser Drehbuch finden. Insgesamt hat es aber in etwa so lange gedauert wie man auch für einen „normalen“ Film braucht.

Wie zufrieden bist du mit dem Ergebnis?
Natürlich kann man es mit so einem Film nicht jedem recht machen und viele werden etwas anderes erwarten. Doch insgesamt zeigt der Film ziemlich genau, wie ich die Zeit des Single Clubs erlebt habe.

Wie kam es dazu, dass Jan Bonny den Film machte?
Wir hatten uns während der Planungsphase des Single Clubs kennengelernt und lose vereinbart, dass er eine Art filmische Dokumentation über den Club machen würde. Damals ahnten wir aber nicht, welches Ausmaß das alles noch annehmen würde. Auch das war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.

Wo war der Film bisher zu sehen? Wie waren die Reaktionen?
Wir haben beschlossen, dass der Film ausschließlich bei Aufführungen gezeigt wird, bei denen ich persönlich anwesend bin. Bisher war er in Wien, Hannover, München und Aachen zu sehen. Das Publikum reagiert bei jeder Aufführung anders.

Wird der Film auch in Düsseldorf gezeigt sein, vielleicht sogar am Original-Schauplatz?
Am Ende unserer Filmtournee werden wir den Film in Düsseldorf zeigen. Voraussichtlich gegen Ende des Jahres.

30.3., 18:30 Uhr, Rheinland-Premiere „Single“, Kölnischer Kunstverein

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