Kein Chichi. Nur Düsseldorf.

Künstler der U-Bahnhöfe #1: Thomas Stricker

Thomas Stricker, Foto: privat

In die „New York Times“ schafft es Düsseldorf nicht alle Tage. Selbst Düsseldorf nicht! Am 19. Februar war es aber mal so weit. Unter dem Titel „Art and 3-D Magic in a German Subway“ widmete sich Autor Charly Wilder den gerade eröffneten und von Künstlern gestalteten U-Bahnhöfen in Düsseldorf. Auch in der Stadt selber war die Begeisterung groß. Die Begehung der Stationen war eine waschechte Attraktion. Wer aber sind die Künstler, die den Düsseldorfern die spektakuläre Kunst im Untergrund beschert haben? theycallitkleinparis stellt sie in einer kleinen Serie vor. Für Folge 1 sprachen wir mit Thomas Stricker. Er hat die U-Bahn-Station Benrather Straße gestaltet.

Was hat Sie daran gereizt, einen U-Bahnhof zu gestalten?
Die schiere Größe und Dauer (15 Jahre) des Projektes, die Komplexität in einem so riesigen Team aus städtischer Verwaltung, Ingenieuren, Architekten und Künstlern zu arbeiten und mein Anspruch an eine hohe visuelle Halbwertszeit war sehr reizvoll, aber auch eine große Herausforderung.

Bitte beschreiben Sie den von Ihnen gestalteten U-Bahnhof!
Durch die konzeptionelle Umkehrung des die Architektur umgebenden Raumes hole ich das Universum mit seinen Planeten und Sternen, seiner Ruhe und Schwerelosigkeit in die Unterwelt des U-Bahnhofs. In interdisziplinärer Zusammenarbeit mit den netzwerkarchitekten wurde für den U-Bahnhof folgerichtig der Innenausbau einer Raumstation entwickelt. Eine in Edelstahl geprägte Matrix verkleidet die Wände, unterbrochen von großen Panoramafenstern, umgesetzt als Medienwände. Auf den Bildschirmen sind 3D-animierte Videoszenen, realisiert mit 235Media in Köln, aus dem Universum zu sehen und nehmen die wartenden Betrachter mit auf eine Reise durch das Weltall.

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Animation Konzept U-Bahnhof Benrather Straße von Thomas Stricker und Netzwerkarchitekten, Darmstadt

 

Welche Vorgaben gab es von Seiten der Auftraggeber?
Die künstlerischen Projekte mussten unter den unterschiedlichsten Auflagen an die Materialien wie: Lebensdauer, Brandschutz, Vandalismus und so weiter realisiert werden.

Es gab begeisterte Reaktionen von Medien. Welche hat Sie besonders gefreut?
Der ganzseitige Artikel in der New York Times war schon cool.

Welche Vorteile hat die Kunst im Schacht gegenüber einer Ausstellung in einer Institution?
Projekte in öffentlichen Räumen zu realisieren macht mir besonders viel Freude, da hier die Kunst mitten ins Leben eingreifen kann, aber sich auf der anderen Seite natürlich auch mit der Realität messen muss.

Das Gefühl, als Sie den fertigen Bahnhof das erste Mal begingen?
Mir kam ein Zitat von Gerhard Richter in den Sinn, der sagte: „Meine Bilder sind klüger als ich.“

Nutzen Sie selber den ÖPNV in Düsseldorf?
Natürlich! Und jetzt, wo die Wehrhahnlinie direkt vor meinem Atelier hält, erst recht.

In dieser Serie ebenfalls erschienen:

#2: Ursula Damm

#3: Ralf Brög

3 Responses to “Künstler der U-Bahnhöfe #1: Thomas Stricker”

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