Kein Chichi. Nur Düsseldorf.

Anders als die anderen

„Quartet“
Konzept, Choreografie, Tanz, Ausstattung: Raimund Hoghe; Künstlerische Mitarbeit: Luca Giacomo Schulte; Tanz: Ornella Balestra, Marion Ballester, Emmanuel Eggermont, Raimund Hoghe, Yuta Ishikawa, Luca Giacomo Schulte, Takashi Ueno; Licht: Raimund Hoghe, Arno Truschinski; Ton: Frank Strätker; Nutzung nur mit Nennung der Urheberzeile: © Rosa-Frank,com


Er selber, sagt Raimund Hoghe, vergesse seinen Körper sehr oft. Er habe ja schließlich keine Schmerzen. Der Blick von anderen sei es allein, der ihn daran erinnere, dass er anders sei als andere. In dem Umfeld, in dem sich Hoghe bewegt, fällt sein kleiner, buckliger Körper besonders auf. Hoghe ist Choreograf und Tänzer. Zehn Jahre lang, zwischen 1980 und 1990, arbeitete er als Dramaturg für Pina Bausch. Dann suchte er seinen eigenen Weg. Das konnte la Bausch nicht akzeptieren. „Wenn man ihr Tanztheater verließ, war man für sie tot“, sagte Hoghe mal in einem Interview. In dieser Haltung war sie wie in vielem anderen konsequent. Sie hat sich nie eine Arbeit ihres einstigen Dramaturgen angeschaut. Sein erstes Solo „Meinwärts“ (1994) nicht und auch kein anderes Stück von ihm. Von anderen kam hingegen viel Zuspruch. Hoghes Werke wurden in vielen Ländern Europas gezeigt, aber auch in Nord- und Südamerika. 2008 wählten ihn die Kritiker der Zeitschrift „ballet-tanz“ zum „Tänzer des Jahres“. Auch in der Arbeit „Quartet“, die am 10.11. am Düsseldorfer Schauspielhaus gezeigt wird, ist Hoghe selber Part of the Show. Gemeinsam mit sechs Tänzern. Zu Schuberts „Der Tod und das Mädchen“ stolziert er auf schwarzen Pumps über die Bühne und wirft Bälle mit lässiger Geste. Sollte es ihn danach mal nach einer Auszeit gelüsten, hat er Glück: Sein Lieblingsurlaubsziel ist nämlich gleichzeitig sein Wohnort: Düsseldorf. Dort geht er gerne mal für ein paar Tage ins Hotel. Was er dort macht? Lesen, Musik hören oder sich mit Freunden in der Lobby treffen. Toll.

10.11., 19:30 Uhr, Schauspielhaus, Düsseldorf

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