Kein Chichi. Nur Düsseldorf.

Ausstellung Contemporary Pop Ups – Jenseits von Paris

Bei der Arbeit: Jesús de Miguel, Foto: Contemporary Pop Ups

Dass Paris Hilton etwas von bildender Kunst versteht, konnte man sich bisher nicht vorstellen. Ihre Kernkompetenzen schienen vielmehr Shoppen, Ausgehen und reiche Männer Abschleppen. Von Jesús de Miguel, einem spanischen Maler und Bildhauer, wollte sie nicht den Körper. Sondern die Kunst. Im Frühjahr 2015 beauftragte sie ihn mit der Verschönerung ihres Feriendomizils auf der Partyinsel Ibiza – ein vermutlich gut dotierter Job. Ab dem 4.9. sind die Werke von de Miguel nun auch erstmals in Deutschland zu sehen. Im Rahmen der Ausstellung „King Kong Crisis“. Die Schau ist erst die vierte, die bei Contemporary Pop Ups zu sehen ist. Seit April zeigt Roozbeh Golestani in den Räumen an der Collenbachstraße 39 ausschließlich Zeitgenössisches, überwiegend von Studenten und Absolventen der Kunstakademie Düsseldorf. Bei deren Auswahl bewies er bisher ein gutes Händchen. Farbenfrohe Malerei mit einer gewissen Leichtigkeit, für die man vermutlich noch nicht allzu tief ins Portemonnaie greifen muss und die sich nicht nur deshalb gut verkaufen lassen dürfte.

Neben Jesús de Miguel sind in der aktuellen Ausstellung zwei weitere Künstler vertreten: Thorsten Schoth und Erik Olson, letzterer ebenfalls ein Debütant hierzulande. Die ersten Schritte im Kunst-Business unternahm Olson in seiner Heimat Kanada. In einer verlassenen Tankstelle in Calgary kuratierte er seine erste Einzelausstellung. Später folgten Stationen in Florenz, New York sowie Indien. Mittlerweile hat er sich in Düsseldorf niedergelassen. Seit 2014 ist Olson Gaststudent bei Peter Doig und arbeitet weiter an seiner plastischen Malerei und seinen malerischen Skulpturen. Auch Thorsten Schoth, der gerade sein Studium in der Klasse von Katharina Fritsch abgeschlossen hat, ist im Grenzbereich zwischen Malerei und Bildhauerei unterwegs. Eine Grenze, die er am liebsten aufheben würde. Vielleicht ist es das, was die drei Künstler eint! Denn auch Jesús de Miguel, der Mann, der Paris Hiltons Haus einen neuen Look bescherte, lässt sich nicht auf eine Arbeitsweise festnageln. Er mixt vielmehr wild Collage, Aquarell, Grafik und Malerei. Das Ergebnis birgt eine urbane Ästhetik und Spontaneität gleichermaßen. Die Werke zitieren Motive der Popkultur, verweisen aber auch auf Graffiti.

Vernissage: 4.9., 19-22 Uhr, die Ausstellung läuft bis zum 17.10., Öffnungszeiten: Mi-Sa 12-18 Uhr

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