Kein Chichi. Nur Düsseldorf.

Loud is the new quiet

Foto: Tapete

Vor einiger Zeit sah es so aus, als müsse der Kunstverein damenundherren für immer seine Pforten schließen. Das lag unter anderem an Beschwerden mehrerer Anwohner, denen das Treiben vor ihrer Tür zu laut war. Der Verein nahm die Sache ernst, reagierte und organisierte von da an in seiner Homebase nur noch Veranstaltungen wie Lesungen, Film-Abende oder Ausstellungen. Alles, was lauter war als der damenundherren-eigene Chor, musste ausgelagert werden. Ab dem 4.9. bespielt das damenundherren nun zusätzlich eine zweite Location, wenn auch leider nur übergangsweise für den Zeitraum eines Monats: das Haus Kolvenbach. Die Räumlichkeit, die bereits seit geraumer Zeit leer steht, liegt mitten im Südpark. Hier dürfte es niemanden stören, wenn ein Musiker lärmt oder Besucher sich zu nachtschlafener Zeit im Freien unterhalten. Los geht es aber gesittet und mit Verweis auf die bis heute letzte Bestimmung des Hauses. Das beherbergte nämlich bis vor einigen Jahren eine Tanzschule. Und so ist der Abend des 4.9. dem Lindy Hop gewidmet. Um 19 Uhr startet ein Workshop für Einsteiger (Anmeldung nicht nötig, einfach vorbeikommen!), der ab 20:30 Uhr in eine Party mündet. Tänzerisch geht es am 6., 20. und 27.9. jeweils ab 13 Uhr weiter, wenn Cha-Cha, Rumba, Jive und langsamem Walzer das alte Parkett zu neuem Leben erwecken. Bewegungslegasteniker sind an den Sonntagen ebenso herzlich willkommen wie tänzerisch Fortgeschrittene. Und manch einer kommt vielleicht auch nur wegen der köstlichen Backware, die auch bei den Aufgegabelt-Lesungen im Ur-damenundherren serviert wurde. Ohne Kuchen, dafür aber mit kühlen Getränken kommt das Konzert von The Late Call am 10.9. aus. Der Deutsche, der in Stockholm lebt und auf englisch zur Gitarre singt, hat bereits drei Alben veröffentlicht, bisher aber noch nicht den großen Durchbruch geschafft. Seine Songs macht das keinen Deut schlechter. Befanden auch die Kollegen der 3sat-Kulturzeit und attestierten ihm, „von den unbekannten Sängern dieser Welt bestimmt der talentierteste zu sein“. Einen höheren Bekanntheitsgrad kann da schon Henry Storch aufweisen, der seit über 20 Jahren in der hiesigen Szene aktiv ist. Am 19.9. bestückt er im Haus Kolvenbach die Plattenteller mit Funk, Northern Soul und Latin Jazz. Los geht es schon erfreulich früh. Um 21 Uhr nämlich. Wer zu Fuß kommt, sollte das allerdings nicht unbedingt allein tun. Im Volksgarten ist es um diese Zeit bereits stockduster und dementsprechend gruselig.

Haus Kolvenbach, Stoffeler Kapellenweg 188, Düsseldorf

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